Deutsche Pfarrertage im Rückblick
- 2008 Pfarrertag in Speyer: "Was du nicht willst, das man dir tu’... – Welche Werte braucht das Land?"
- 2008: Weber wirbt für vertrauensvolle Zusammenarbeit von Kirchenleitungen und Pfarrervertretungen
- 2006 Pfarrertag in Fulda: "Ich weiß, woran ich glaube". Halt und Perspektive in der Krise
- 2004 Pfarrertag in Magdeburg: "Reformatorischer Auftrag in einer neuen Weltordnung"
- 2002 Pfarrertag in Kiel: "In Verantwortung vor Gott und den Menschen"
- Alle Deutschen Pfarrertage seit 1892
2008 Pfarrertag in Speyer: "Was du nicht willst, das man dir tu’... – Welche Werte braucht das Land?"
Bildunterschrift: Plakat zum Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertag in Speyer. (Bildquelle: Karl Hoffmann, Neustadt/Haardt.)
Speyer, 24.9.2008 (epd/cf). Als wichtigsten Beitrag der Kirchen zur Werteorientierung der Gesellschaft hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, das Beten bezeichnet. Aufgabe evangelischer Pfarrer sei es, vor allem "Lehrer des Betens" zu sein, sagte Huber am Dienstag beim 70. Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertag in Speyer. Rund 700 evangelische Pfarrer diskutieren bei der Veranstaltung bis Mittwoch über das Thema Werte.
In der Gesellschaft gebe es seit einigen Jahren eine positive Grundstimmung gegenüber religiösen Fragen, sagte der Ratsvorsitzende. Die Kirchen müssten das neu erwachte Interesse der Menschen an der Religion nutzen und ihnen Glaubenshilfe leisten. Dabei müssten sie ihr eigenes christliches Profil bewahren und sich auf ihre Kernkompetenzen besinnen, die Verkündigung, Mission, Seelsorge und Bildung.
Menschenbild nicht "auf Konsumentengröße stutzen"
Zugleich widersprach der Ratsvorsitzende der Annahme, die Kirche sei eine "Bundesagentur für Werte". "Unser Auftrag erschöpft sich nicht darin, Werte bereit zu stellen", sagte Huber. Die christliche Kirche sei vielmehr wie ein "quer stehender Fels in der Brandung", indem sie für die Wahrheit eintrete. Die dem Motto des Pfarrertages zugrunde liegende "goldene Regel": "Was du nicht willst, das man dir tu’ ..." könne als Orientierungsschnur zur Wertebildung anregen. Ihre Erweiterung über die eigene Generation hinaus sei jedoch unerlässlich. Dabei gehe es nicht nur um ökologische, sondern ebenso um soziale und kulturelle Nachhaltigkeit.


Foto links: Bischof Huber: "Die christliche Kirche ist wie ein 'quer stehender Fels in der Brandung', indem sie für die Wahrheit eintrete."; Foto rechts: Rund 700 Pfarrerinnen und Pfarrer verfolgten gespannt den Vortrag von Bischof Huber.
Die Werteorientierung machte Huber in erster Linie an der Würde des Menschen fest und erteilte in diesem Zusammenhang der aktiven Sterbehilfe eine Absage: "Der Tod des Menschen behält etwas Unverfügbares. Wir dürfen ihn nicht willkürlich herbeiführen. Das Sterben hat seine Zeit." Am Beispiel des Sonntagsschutzes und der Kampagne der evangelischen Kirche "Gott sei Dank, es ist Sonntag" sagte Huber, es dürfe nicht zugelassen werden, dass das Menschenbild auf "Konsumentengröße gestutzt" werde. Von der Wirtschaft forderte er verantwortungsvolles Handeln.
Cherdron: Zeit der Beliebigkeit ist vorbei
Zuvor hatte der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche), Eberhard Cherdron, im Eröffnungsgottesdienst zum 70. Deutschen Pfarrertag in der Speyerer Dreifaltigkeitskirche Christen dazu aufgefordert, sich an Wertediskussion zu beteiligen. "Wir spüren, dass die Zeit der Beliebigkeit vorbei ist", sagte er in seiner Predigt am Montagabend. "Unsere Aufgabe ist es, das Evangelium zu verkündigen, die ethische Orientierung und eine entsprechende Praxis miteinander zu verbinden", so Cherdron.


Foto links: Eberhard Cherdron, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz: "Wir spüren, dass die Zeit der Beliebigkeit vorbei ist."; Foto rechts: Festlicher Eröffnungsgottesdienst des 70. Deutschen Pfarrertag in Speyer.
Speyer erinnere als die Stadt der Protestation "an den Wert und die Tugend der Tapferkeit": "Die reformatorische Minderheit musste auf dem Reichstag 1529 große Tapferkeit beweisen, um sich gegen Kaiser, Papst und die Mehrheit des Reichstages zu behaupten." Glaubensüberzeugung und Besinnung auf den Wert der freien Meinungsäußerung seien hier zusammen gekommen.
Zu Gast in der Pfalz: Bunter Abend unter dem Jumbojet
Neben Referaten und Diskussionen bot der Pfarrerinnen und Pfarrertag wieder Gelegenheit zum Kennenlernen und Austausch von Erfahrungen. Am Montag trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer Reihe von Ehrengästen zum «Abend der Begegnung» in einer Festhalle auf dem Gelände der Technikmuseum. Dort leuchtete ein angestrahlter Jumbojet weithin sichtbar in die Nacht und sorgte für eine einmalige Kulisse. Auch wenn Technik und Kirche sich sonst ja oft eher kritisch begegnen, in Speyer gingen sie eine gelungene Synthese ein.


Foto links: Der Verbandsvorsitzende Pfarrer Klaus Weber bei einem Redebeitrag in der Festhalle des Technikmuseums Speyer.; Foto rechts: Den Abend der Begegnung nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer um alte und neue Bande zu knüpfen, zu diskutieren und sich auszutauschen.


Der Kabarettist Jakob Habekost (Foto rechts) verstand sein Publikum mit aktuellen Seitenhieben auf Politik und Gesellschaft zu begeistern. (Alle Fotos: Christian Schauderna)
Nach dem "Pfälzer Büffet" mit Saumagen und anderen Leckereien begeisterten der Kabarettist Jakob Habekost mit seiner "MundARTacke" die Gäste. Der nächste Deutsche Pfarrerinnen und Pfarrertag findet 2010 statt. Nähere Informationen nach aktuellem Planungsstand auf pfarrverband.de.
Die Fotos vom Pfarrerinnen- und Pfarrertag in Speyer finden Sie hier:
Bildergalerien
2008: Weber wirbt für vertrauensvolle Zusammenarbeit von Kirchenleitungen und Pfarrervertretungen
Bildunterschrift: Der Vorsitzende des Verbandes, Pfarrer Klaus Weber, stellte in seinem Bericht ein wachsendes Interesse am Pfarrerberuf fest. (Foto: Christian Schauderna)
Speyer. In seinem Vorstandsbericht vor der Mitgliederversammlung des Verbandes evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland e.V. am 22.9.2008 in Speyer stellte der Vorsitzende des Verbandes, Pfarrer Klaus Weber (Altenkunstadt), die Lage der Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland und die Aufgaben des Verbandes der Vereine evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland in den Mittelpunkt.
Positive Zukunft des Pfarrberufs / Kritik an Landeskirchen
Ein wachsendes Interesse am Pfarrerberuf, gerade unter Frauen, stellte Weber mit Verweis auf statistische Erhebungen fest. Pfarrerinnen seien eine große Bereicherung und „aus unseren Kirchen nicht mehr wegzudenken“, so Weber. Ab 2012 sei wegen der steigenden Zahl der Ruhestandsversetzungen auch mit einer Entspannung der Personalsituation zu rechnen. Allerdings kritisierte der Vorsitzende, dass innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) immer noch keine gemeinsame Personalpolitik erkennbar sei und es wenige Wechselmöglichkeiten sowie Auf- und Übernahmen zwischen den Landeskirchen gebe.
Schwierig sei die Frage zu beantworten, welche Rolle Pfarrerinnen und Pfarrer in der kirchlichen Arbeit zukünftig spielen werden. Zwar würden in zahlreichen Stellungnahmen gefordert, die Amtsträger sollten sich im Schwerpunkt um Gottesdienst, Seelsorge sowie Amtshandlungen wie Taufe, Trauung und Bestattung kümmern, der Alltag sehe jedoch anders aus, so Weber. Hier belegten Untersuchungen, dass lediglich 57 Prozent der Arbeitszeit diesem Kernbereich zur Verfügung stehen. Daher falle es vielen Kolleginnen und Kollegen zunehmend schwer, die Prioritäten für die Arbeit zu setzen. Es werde schwieriger zu unterscheiden, was man als Erstes und Wichtigstes zu tun hat und was man aus gutem Grund nicht zu tun hat.
Disziplinargesetz der EKD – Pfarrerverband legt Stellungnahme vor
Weber warb in Speyer für ein offenes und vertrauensvolles Miteinander von Kirchenleitungen und Pfarrervertretungen in Landeskirchen und in der EKD. Als Erfolg wertete er, dass der Verband bei neuen Gesetzesvorhaben der EKD, wie dem Disziplinargesetz und dem geplanten Pfarrergesetz, erstmals als Pfarrervertretung der EKD tätig geworden sei. Ausdrücklich „hat die Kirchenkonferenz bereits 2007 beschlossen, den Verband der Pfarrervereine als den einzigen Berufsverband der Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland an dem Gesetzgebungsverfahren zu beteiligen“, so Weber. Da die Stellungnahmen des Verbandes mit allen Pfarrervertretungen in den Landeskirchen abgestimmt seien, hätten sie eine „überzeugende und eindrucksvolle Legitimation“, betonte Weber.
In seiner Stellungnahme begrüßt der Verband den Entwurf eines einheitlichen Disziplinargesetzes in der EKD. Es sei auch richtig, sich am staatlichen Gesetz zu orientieren. Allerdings sollten strengere Regelungen des kirchlichen Disziplinargesetzes im Vergleich zum staatlichen Gesetz zurück genommen werden. Auch eine Reihe sinnvoller Erweiterungen schlägt der Verband vor (z.B. die Möglichkeit ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst zu beantragen, um Beschuldigungen gegen die eigene Person selbst klären zu lassen).
Forderung: EKD muss Pfarrervertretungsgesetz schaffen
Weber bezeichnete die Anhörung des Verbandes innerhalb des Beratungsprozesses zum Disziplinargesetz als „ersten Schritt auf dem Weg zu einer geordneten Pfarrervertretung auf der Ebene der EKD“. Die Grundlagen müssten aber für die Zukunft noch genau festgelegt werden. „Zu einem Pfarrergesetz der EKD gehört auch folgerichtig ein Pfarrervertretungsgesetz. Wir werden nicht nachlassen, den Rat der EKD an seine Richtlinien für die Arbeit der Pfarrervertretungen von 1997 immer wieder zu erinnern. Was für die Gliedkirchen vorgeschlagen wird, muss ebenso auf EKD-Ebene gelten“, forderte Weber vor der Mitgliederversammlung.
„Mobbing“, „Nichtgedeihlichkeit“ und die Frage der Fürsorgepflicht
Besorgt zeigte sich Weber angesichts der steigenden Zahl von Pfarrerinnen und Pfarrer, die bei Initiativen und im Verband Hilfe suchten, weil sie sich als Opfer von „Mobbing“ fühlten. Häufig beklagten die Kolleginnen und Kollegen unberechtigte Vorwürfe aus dem Kirchenvorstand und mangelnde Unterstützung ihrer Vorgesetzten. Weber kritisierte in diesem Zusammenhang, dass sich manche Dekaninnen und Dekane bei Konflikten in einer Gemeinde „sehr schnell auf die Seite des Kirchenvorstandes stellen, um eine Eskalation zu vermeiden.“ Die Fürsorgepflicht der Kirche sei bei Konfliktsituationen wenig ausgeprägt. Weber forderte die Kirchenleitungen zu Überlegungen auf, „wie die Fürsorgepflicht der Kirche gegenüber ihren Pfarrerinnen und Pfarrer in Zukunft bei Verdacht auf Mobbing und in Konfliktsituationen in der Gemeinde besser umgesetzt werden kann.“
Besorgnis über Auswahlverfahren in der Evangelischen Kirche im Rheinland
Besorgt äußerte sich Weber über die von der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) erlassenen Richtlinien für ein „Zentrales Auswahlverfahren für Pfarrerinnen und Pfarrer im Wartestand und für aus der Pfarrstelle abberufene“. Der Verband habe ein Gutachten in Auftrag gegeben, das dieses Auswahlverfahren und die Frage der Legitimität von Warte- und Ruhestandsversetzungen geprüft hat. Das Gutachten komme zu dem Ergebnis, dass die Einführung des zentralen Auswahlverfahrens gegen die Kirchenordnung der Evangelischen Kirche im Rheinland verstoße und kirchenverfassungswidrig sei, so Weber. Die Regelungen verletzten auch die Grundsätze des Vertrauensschutzes, weil es an angemessenen Übergangsregelungen mangele. Der Verband versuche, in Gesprächen mit der Kirchenleitung der EKiR eine Verbesserung der jetzigen Situation zu erreichen: „Wir hoffen, dass ein Weg gefunden werden kann, der sowohl den betroffenen Pfarrerinnen und Pfarrern gerecht wird als auch das akute Personalproblem in der Evangelischen Kirche im Rheinland lösen hilft,“ sagte Weber.
Ausgebuchter Pfarrertag / Mitgliederversammlung 2009 in Dessau
Erfreut zeigte sich Weber über die große Resonanz des 70. Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertages. Mit 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern seien alle Möglichkeiten ausgeschöpft und der Kongress ausgebucht. Die nächste Mitgliederversammlung ist für 2009 in Dessau geplant, der nächste Deutsche Pfarrerinnen- und Pfarrertag soll 2010 stattfinden.
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Vorstandsbericht2006 Pfarrertag in Fulda: "Ich weiß, woran ich glaube". Halt und Perspektive in der Krise
Bildunterschrift: Die Michaelskirche in Fulda mit dem Motto des Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertages 2006. (Plakatausschnitt)
Fulda, 26.09.2006 (cf/epd). Fulda war für drei Tage die Stadt, in der sich evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer aus ganz Deutschland und dem benachbarten europäischen Ausland zu einem ihrer größten Kongresse trafen. Am Ende war klar: Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Pfarrerinnen- und Pfarrerverein in Kurhessen-Waldeck hatten es auf beeindruckende Weise verstanden, herzliche Gastfreundschaft mit intellektuellem Diskurs und spirituellen Impulsen zu verbinden.
Zu den Höhepunkten gehörten der musikalische Vespergottesdienst zur Eröffnung in der Christuskirche Fulda (Predigt: Bischof Prof. Dr. Martin Hein) und das Hauptreferat von Prof. Dr. Christian Möller im Kongreßzentrum. Zentrale Themen des dreitägigen 69. Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertages waren neben dem EKD-Perspektivpapier das Amtsverständnis der Pfarrer und die unterschiedliche Praxis der Ordination in den einzelnen Landeskirchen.
Bischof Hein: Gegen «Krisengerede in der Kirche»
Im Eröffnungsgottesdienst kritisierte der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, die andauernde Diskussion über eine Krise der Kirche: «Wann gab es jemals Zeiten, die nicht kritisch waren?», sagte er in seiner Predigt am Montagabend. «Es ist höchst bedauerlich, dass die meisten von uns die evangelische Forderung, die Kirche müsse immer wieder reformiert werden, wie eine Fahne vor sich hertragen, aber sobald damit Ernst gemacht wird, sie schnell einrollen und sich nichts lieber wünschen, als dass alles so bliebe, wie es war», so Hein.
Was gegenwärtig an strukturellen Anpassungsmaßnahmen in den Landeskirchen laufe, könne die Bezeichnung «Krise» kaum verdienen, erklärte Hein. Um aus der vermeintlichen Krise herauszukommen, sei es nötig, beim Glauben zu beginnen. Auch Pfarrer bräuchten immer wieder eine «Konfirmation», eine Bestätigung und Vergewisserung im Glauben. Wen die Gewissheit des Glaubens erfülle, dem würden die Augen nicht mehr durch Furcht und Ängstlichkeit verschlossen. «Wir werden Überraschungen erleben - mehr, als wir ahnen oder uns lieb ist», zeigte Hein eine Zukunftsperspektive auf, die aus dem Vertrauen auf Gott erwachse.
Theologieprofessor Möller: EKD-Perspektivpapier zu betriebswirtschaftlich
Der Heidelberger Theologieprofessor Christian Möller griff in einem Hauptreferat am Dienstvormittag die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hart an für ihr Impulspapier «Kirche der Freiheit». Das Vokabular sei «betriebswirtschaftlich», sagte Möller auf dem Evangelischen Pfarrertag in Fulda. An dem Impulspapier, das die EKD im Juli vorgelegte, hatten PR- und Unternehmensberater mitgeschrieben. Der Theologe kritisierte, die Kirche erscheine darin als Konzern, als «Firma EKD». Möller wörtlich: «Mir wurde immer schwindliger bei der permanenten Forderung nach Qualität, Qualitätskontrolle, Qualitätsstandards, Qualitätsmanagement, Qualitätssicherung, ohne dass ich irgendwo herausfinden konnte, um welche Qualität es denn nun eigentlich geht.» Positiv würdigte Möller, dass Bewerbungen von Pfarrern in Zukunft über die Grenzen der Landeskirchen möglich sein sollen. Es sei gut für die Landeskirchen, «wenn jeder Art von landeskirchlicher Inzucht gewehrt wird», sagte Möller in seinem Vortrag zum Thema «Ich weiß, woran ich glaube - Halt und Perspektive in der Krise».
Kontroverse Podiumsdiskussion: Neu lernen, von Gott zu reden
In der auf den Vortrag folgenden Podiumsdiskussion forderte der Bischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, Hermann Beste, die Pfarrer auf, sie müssten neu lernen, von Gott zu reden. «Gott ist nicht nur der gute Gott.» Der Trend der Zeit lasse keinen Zweifel an Gott bei Pastoren zu. Diese Fragen müssten unabhängig von Strategiepapieren theologisch geklärt werden. Die stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift Chrismon, Ursula Ott, ging hart mit der auf dem Pfarrertag öffentlich geäußerten Klage wegen Arbeitsüberlastung ins Gericht. «In der Außenwirkung ist es verheerend, wenn die Pfarrer immer nur sagen, wie schlecht es ihnen geht», kritisierte sie. Der Beruf des Pfarrers sei vielmehr ein «wunderbarer» Beruf, in dem viel Selbstbestimmung möglich sei. Die hessische Kultusministerin Karin Wolff (CDU) forderte ein stärkeres Selbstbewusstsein des evangelischen Glaubens ein. «Wir müssen den Menschen anderen Glaubens, die unter uns leben, eine Antwort auf die Frage geben: Was glaubt denn ihr?», sagte Wolff.
Mitgliederversammlung: Gegen Ordination von Laien
Im Rahmen des Pfarrertages war am Montag auch die Mitgliederversammlung des Verbandes der Vereine evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer e.V. zusammen gekommen. Hier kritisierte der Vorsitzende des Verbandes, Pfarrer Klaus Weber ebenfalls die EKD für ihr Perspektivpapier «Kirche der Freiheit»: «Auch wenn das Impulspapier für ein 'Wachsen gegen den Trend' plädiert, beschreibt es eher einen Abschied von der Volkskirche», sagte Weber auf der Mitgliederversammlung.
Die EKD setze in ihrem im Juli vorgelegten Impulspapier in Zukunft mehr auf so genannte Profilgemeinden wie Citykirchen und Netzwerk-Angebote. Die traditionellen Gemeinden vor Ort sollten demzufolge dagegen weniger werden. Weber mahnte, dabei nicht die Besonderheit der einzelnen Landeskirchen aus dem Blick zu verlieren. Er bezweifelte, dass das Konzept für alle Regionen gleichermaßen der richtige Weg sei.
Als widersprüchlich bezeichnete Weber, dass die EKD einerseits verbesserte Qualitätsstandards bei den Pfarrern fordere, sie aber gleichzeitig vermehrt aus Kostengründen durch Prädikanten und Lektoren ersetzen wolle. «Ehrenamtliche können und dürfen aber kein billiger Ersatz für Hauptamtliche sein, für die in den kirchlichen Haushalten das Geld fehlt», betonte Weber vor 94 Delegierten. Die Mitgliederversammlung sprach sich gegen die Ordination von Laien aus, wie sie bereits in einigen Landeskirchen praktiziert wird. «Es kann nicht darum gehen, durch die Vorstellung einer gemeinsamen Ordination alle kirchlichen Berufe auf vordergründige und unsachgemäße Weise gleichzustellen», sagte Weber.
Unterstützung bekam der Pfarrerverband vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, der selbst nicht am Pfarrertag teilnahm, sich aber fast zeitgleich in einem Interview äußerte. Er sprach sich darin ebenfalls gegen eine Ordination von Laien aus. Die Ordination solle beschränkt bleiben auf diejenigen, die «ihr Leben in den Dienst der Verkündigung des Evangeliums und der Feier der Sakramente stellen», sagte Huber im Interview. Er betonte, für Prädikanten und Lektoren solle eine «eine besondere Form der Beauftragung» vorgesehen werden.
Frühzeitige Krisenintervention bei Konflikten zwischen Pfarrern und Gemeinden gefordert
Weber forderte auf der Mitgliederversammlung auch eine frühzeitige Krisenintervention bei Konflikten zwischen Pfarrern und Gemeinden. Er kritisierte eine Zunahme der Zahl so genannter Nichtgedeihlichkeitsverfahren gegen Geistliche in einigen Landeskirchen. Führungskräfte wie Dekane müssten sich früher als bisher in Konflikte in Gemeinden einschalten. Wenn der Kirchenvorstand nicht zu einer «Konflikt bereinigenden Maßnahme» bereit sei, sollte auch die Möglichkeit der Neuwahl des Kirchenvorstandes eröffnet werden, fügte Weber hinzu. Wenn das Verfahren keine Schuld des Pfarrers feststelle, sondern nur eine «Zerrüttung», dann müsse der Pfarrer eine neue Stelle bekommen und nicht in den Wartestand versetzt werden, forderte der Repräsentant von bundesweit rund 20.000 Pfarrerinnen und Pfarrern.
Abend der Begegnung: Büfett und Kabarett
Neben Referaten und Diskussionen bot der Pfarrerinnen und Pfarrertag wieder Gelegenheit zum Kennen lernen und Austausch von Erfahrungen. Am Montag trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer Reihe von Ehrengästen zum «Abend der Begegnung» im Kongreßzentrum Fulda. Nach dem Büffet begeisterten die osthessischen Kabarettisten Wolf und Bleuel die Gäste mit ihrem Programm. Der nächste Deutsche Pfarrerinnen und Pfarrertag findet 2008 statt. Nähere Informationen nach aktuellem Planungsstand auf pfarrverband.de.
Hinweis
Der nächste Pfarrertag findet vom 22. bis 23. September 2008 in Speyer statt. Merken Sie sich den Termin schon jetzt vor.
2004 Pfarrertag in Magdeburg: "Reformatorischer Auftrag in einer neuen Weltordnung"
Bildunterschrift: Blick auf den Magdeburger Dom (Foto: Ines Sachsenweger)
Magdeburg, 29.9.2004 (cf/epd). Das Thema des Pfarrerinnen- und Pfarrertages war aktuell und hätte an keinem Ort besser diskutiert werden können. Das zeigte sich schon beim Eröffnungsgottesdienst im Magdeburger Dom: Während im Kirchenschiff das Abendmahl gefeiert wurde, sammelten sich draußen vor der Tür 1.200 Magdeburger zur Montagsdemonstration, um gegen Sozialabbau und Hartz 4 zu protestieren. Die Auswirkungen der Globalisierung werden im Osten Deutschland besonders spürbar und die 500 angereisten Pfarrerinnen und Pfarrer stellten sich konzentriert und kontrovers dem Thema. In unserem Abschlussbericht fassen wir die Ereignisse zusammen.
Bischof Noack: Eigenes Handeln nicht überschätzen
Eröffnet wurde 68. Deutsche Pfarrerinnen- und Pfarrertag mit einem festlichen Gottesdienst im Magdeburger Dom. In seiner Predigt betonte Axel Noack, Bischof der Kirchenprovinz Sachsen, dass es lohne auf die Zusage Gottes zu vertrauen: "Gott will die Sache nach seinem Plan führen, allen Angepassten, aber auch allen mutigen Bekennern zum Trotz". Auch Pfarrer sollten ihr eigenes Handeln nicht überschätzen, sondern könnten sich trösten lassen von der Gewissheit, das Gott wirke: "Gott rechnet mit unserer Schwäche und unseren verzagten Herzen und kann sogar mit Ängstlichen und Verzagten sein Reich aufbauen." erklärte der Bischof der Kirchenprovinz Sachsen.
Weber: Warnung vor Personabbau
Der Verbandsvorsitzende Klaus Weber hatte zuvor in der Mitgliederversammlung des Verbandes mit Blick auf die Geldnot der Kirchen vor einem Personalabbau in der Pfarrerschaft gewarnt. Kirchenleitungen vertrauten häufig nur auf ein "Gesundschrumpfen". Dadurch gerate die Kirche in Gefahr, ihrem Auftrag zur Verkündung des Evangeliums gerecht zu werden. Weber mahnte zudem stärkere Anstrengungen zur Gewinnung von theologischem Nachwuchs an. Die Anzahl der Studierenden, die Pfarrer werden wollen, sei deutlich von etwa 12.000 im Jahr 1984 auf 2.657 im vergangenen Jahr gesunken. Weder eine längere Lebensarbeitszeit noch der Einsatz von mehr Ehrenamtlichen könnten den drohenden Pfarrermangel ausgleichen, so Weber vor der Mitarbeiterversammlung.
Kritik an Dienstrechtsgesetzen
Zudem kritisierte Weber geplante oder bereits verabschiedete Dienstrechtgesetze von Landeskirchen. "Aufhören muss die zunehmende Reglementierung, als wären wir nur noch Auftragsempfänger und Marionetten in der Hand von Kirchenleitungen, Kirchenverwaltungen und der Kirchenvorstände", forderte der Pfarrer. In einer Erklärung werden unter anderem geplante Regelungen in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz kritisiert, die sich an einer Wochenarbeitszeit von 54 Stunden orientieren. Dies verstoße "in eklatanter Weise " gegen die europäische Sozialgesetzgebung, hieß es.
Ministerin Wieczorek-Zeul: Kirchen sind wichtige Verbündete
Am Dienstag, 28 September, wirkten an der Hauptveranstaltung unter dem Thema "Reformatorischer Auftrag in einer neuen Weltordnung" zahlreiche prominente Gäste mit. Grundsatzreferate zum Thema hielten die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul, und der frühere Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Dr. Konrad Raiser.
Wieczorek-Zeul (SPD) bezeichnete die Kirchen als wichtige Verbündete auf dem Weg zu einer gerechteren Welt Der Aufbau einer auf ethische Werte und Demokratie ausgerichteten Weltordnung brauche "möglichst viele Bündnispartner", sagte sie vor den Pfarrerinnen und Pfarrern. Kirchen seien "Global Player" in der Entwicklungspolitik. Pfarrer seien "Multiplikatoren für die Bildung eines Gewissens", betonte die Ministerin. Bei der globalen Entwicklung komme es auch darauf an, gemeinsam ethische Überzeugungen zu verbreiten, so Wieczorek-Zeul weiter. So könne etwa die Errungenschaft der Europäer, ihre Konflikte in einem Parlament und im Europäischen Rat und nicht "im Schützengraben" auszutragen, als Vorbild für andere Staatenorganisationen dienen. Im Mittelpunkt müsse jedoch die Bekämpfung der Armut als "Massenvernichtungswaffe" stehen.
Konrad Raiser: Warnung vor übertriebenen Hoffnungen
Der frühere Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Konrad Raiser, warnte vor übertriebenen Hoffnungen auf einen Dialog der Religionen. Zwar müsse jede künftige Weltordnung mit dem verstärkten Einfluss der Religionen auf die Gestaltung des menschlichen Lebens einschließlich von Wirtschaft und Politik rechnen. Die Erwartung, dass der interreligiöse Dialog Konflikte besonders mit Blick auf den islamistischen Terrorismus lösen könne, sei aber unrealistisch, so Raiser weiter. Der Auftrag für die evangelischen Kirchen in einer neuen Weltordnung müsse sein, die "gefährlichen Illusionen" des vorrangig militärisch ausgerichteten Sicherheitsdenkens aufzudecken, betonte der Theologe. Vor allem müssten sie für Frieden und Sicherheit eintreten. Dies bedeute auch, auf den Vorrang ziviler Konfliktbearbeitung zu drängen und auf die militärische Sicherung von humanitären Hilfeeinsätzen zu verzichten.
Podiumsdiskussion: Kontroverse um Weltwirtschaftsordnung
Die Podiumsdiskussion am Nachmittag war geprägt von einer deutlichen Kontroverse um die Weltwirtschaftsordnung. Die Geschäftsführerin des globalisierungskritischen Netzwerkes ATTAC, Sabine Leidig (Frankfurt/Main), sagte, die Weltwirtschaftsordnung sei gescheitert, weil sie nicht den menschlichen Bedürfnissen diene und die Armut zugenommen habe. An diesen Kriterien hätte sich jede Bewertung einer Wirtschaftsordnung zu messen. Hingegen forderte Joachim
Fetzer (Maintal bei Frankfurt/Main) vom Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer in Deutschland dazu auf, die Globalisierung als Chance zu begreifen. In den vergangenen 30 Jahren sei weltweit die Kindersterblichkeit gesunken, die Lebenserwartung gestiegen und der Anteil der in absoluter Armut lebenden Menschen deutlich gesunken. Ein kritisches Resümee zog Konrad Raiser: Die Tagung habe gezeigt, dass wir bestenfalls auf der Suche nach einer neuen Ordnung in der Welt seien. Dies sei eine Aufgabe sowohl Politik und Wirtschaft als auch für die Religionen.
Abend der Begegnung / Ausflüge und Führungen
Neben Referaten und Diskussionen bot der Pfarrerinnen und Pfarrertag wieder Gelegenheit zum Kennen lernen und Austausch von Erfahrungen. Am Montag trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer Reihe von Ehrengästen zum "Abend der Begegnung" im Hotel Maritim. Nach dem "Provinzialsächsichen Büfett" unterhielt der Kabarettist Uwe Steimle die Gäste mit seinem Soloprogramm. Am Mittwoch schloss sich ein Rahmenprogramm mit Ausflügen u.a. zu dem Geburts- und Sterbehaus Martin Luthers in Eisleben an. Der nächste Deutsche Pfarrerinnen und Pfarrertag findet 2006 statt. Nähere Informationen nach aktuellem Planungsstand auf www.pfarrverband.de
Impressionen vom 68. Deutschen Pfarrinnen- und Pfarrertag finden Sie hier:
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2002 Pfarrertag in Kiel: "In Verantwortung vor Gott und den Menschen"
Kiel, 1.10.2002. Über 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten vom 30. September bis 2. Oktober 2002 den 67. Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertag. Zum ersten Mal tagten die Pfarrerinnen und Pfarrer aus ganz Deutschland und den europäischen Partnerkirchen in Kiel.
Offiziell eröffnet wurde die Tagung am Montag mit einem festlichen Gottesdienst in der St. Nikolai-Kirche (Predigt: Bischof Dr. Hans Christian Knuth, Schleswig, der Leitende Bischof der VELKD), zu der auch die Öffentlichkeit eingeladen war. Musikalisch wurde der Gottesdienst mitgestaltet von der Heinrich-Schütz-Kantorei. Im Anschluss daran trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer Reihe von Ehrengästen zum "Abend der Begegnung" im Kieler Schloss.
Am Dienstag, 1. Oktober, wirkten an der Hauptveranstaltung unter dem Thema "In Verantwortung vor Gott und den Menschen" zahlreiche prominente Gäste mit.
Grundsatzreferate zum Thema hielten der frühere Bundesminister und jetzige Bundestagsabgeordnete Dr. Heiner Geißler und der Berliner Bischof, Prof. Dr. Wolfgang Huber, der auch Mitglied des Rates der EKD ist (Die Referate sind demnächst im Deutschen Pfarrerblatt zu finden). Am Nachmittag diskutierten auf dem Podium unter anderem Ministerin Anne Lütkes (B`90/Grüne), Minister Claus Möller (SPD), MdB Prof. Dr. Edzard Schmidt-Jortzig (FDP), Funkhausdirektor Gerd Schneider, Schwerin und die beiden Referenten des Vormittags. Dabei wurden Fragen diskutiert, wie "Gibt es eine Ethik für die Politik oder ist die politische Ethik schon am Ende?", "Bewegt sich die Politik nur noch in einem Medienzirkus?", "Wer beschränkt die Macht der politisch Verantwortlichen?", "Was erwartet die Politik von der Kirche?". Auch Ethik und Stil des gerade zu Ende gegangenen Bundestagswahlkampfs wurden kritisch betrachtet. Mit dem Reisesegen von Landesbischof Hermann Beste (Schwerin) endete die Hauptveranstaltung, an die sich abends ein kulturelles Programm anschloss.
Alle zwei Jahre kommen Pfarrerinnen und Pfarrer aus Deutschland und den europäischen Nachbarländern zum Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertag zusammen. Die letzte Tagung fand im Jahr 2000 in Ulm statt, der nächste Kongress ist für 2004 in Magdeburg geplant. Veranstaltet wird der Deutsche Pfarrerinnen- und Pfarrertag vom Verband der Vereine evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland e.V., in dem 22 Einzelvereine mit etwa 20.000 Pfarrerinnen und Pfarrern in der Evangelischen Kirche in Deutschland organisiert sind. (Christian Fischer, Pressereferat)
Alle Deutschen Pfarrertage seit 1892
1892 in Wittenberg "Versammlung der deutschen evangelischen Pfarrervereine -
'Zusammenschluss der Pfarrervereine'"
1894 in Halle "Die Stellung der Pfarrervereine zu den kirchlichen Ordnungen und
Einrichtungen" – "Besondere Aufgaben des evangelischen Pfarramts an
bäuerlichen Gemeinden"
1895 in Potsdam "Beschluss zur Schaffung eines 'Pfarrvereinsblattes', später
'Deutsches Pfarrerblatt'"
1896 in Braunschweig "Grundsätze und Gesichtspunkte, welche in der Gegenwart
für die Übung evangelischer Seelsorge vornehmlich maßgebend sind"
1898 in Danzig "Gefahren für unsere Amtswirksamkeit (Oportunismus, Kriticismus,
Perfectionismus)"
1900 in Darmstadt "Rückblicke und Ausblicke auf Zustände und Aufgaben der
deutschen evangelischen Kirche an der Jahrhundertwende" – "Die Bedeutung
des evangelischen Pfarramtes und Pfarrhauses für Gegenwart und Zukunft"
1902 in Stettin "Die Vereinigung der deutschen evangelischen Landeskirchen" –
"Seelsorge an Seelsorgern"
1903 in Coburg (Abgeordnetentag) "Zusammenschluss der deutschen
evangelischen Landeskirchen"
1904 in Posen "Seelsorge an Seelsorgern" – "Kreis- und Ortsschulinspektion der
Geistlichen"
1905 in Neustadt a.H. (Abgeordnetentag) "Zum Militärdienst der Theologen" – "In
welcher Richtung ist das gegenwärtige geistliche Gerichtsverfahren einer
Reform bedürftig und fähig?"
1906 in Dresden "Militärdienst der Theologen" – "Reform des geistlichen
Gerichtsverfahrens" – "Die erzieherische Bedeutung des Religionsunterrichts"
1907 in Hannover "Über die Notstände der evangelischen Gemeinden in
Österreich"
1908 in Dortmund "Zum Gotteslästerungsparagraphen" – "Der Pfarrer und die
christliche Liebestätigkeit"
1909 in Wiesbaden "Praktische Reform der kirchlichen Liebestätigkeit" –
"Förderung der Evangelischen Bewegung in Österreich"
1910 in Königsberg "Der Pfarrer und die ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege"
1911 in Eisenach "Jugendpflege und Versammlungen und Vereinsrecht" – "Die
Prüfungsordnungen der deutschen evangelischen Landeskirchen" – "Schäden
des gegenwärtigen Kollektenbetriebes"
1912 in Stuttgart "Die Schaffung einer deutschen Hausbibel" – "Jugendpflege, ihre
Aufgaben, ihre Hindernisse und der Weg zum Ziel" – "Die Gesangbuchfrage"
1913 in Dessau "Not und Erhebung vor hundert Jahren" – "Das Wirken der
evangelischen Geistlichen in 1813 und was es uns Pfarrern von heute sagt"
1915 in Kassel "Der sittliche Zustand der heimischen Jugend"
1916 in Kassel "Beratung über Leitsätze"
1917 in Wittenberg "Was hat Martin Luther uns Pfarrern zu sagen?" – "25 Jahre
Pfarrerverein" – "Die Folgen der Aufhebung des Jesuitengesetzes"
1918 in Eisenach "Der Zusammenschluss der deutsch-evangelischen Landeskirchen
zu einer synodalen Gesamtvertretung" – Leitsätze zur "Schaffung eines
deutsch-evangelischen Gesang- und Choralbuches"
1919 in Kassel-Wilhelmshöhe "Der Pfarrer im neuen Deutschland"
1920 in Goslar "Der gegenwärtige Stand der Religionsunterrichtsfrage" –
"Der Stand der Verfassungsfrage im evangelischen Deutschland"
1921 in Heidelberg "Kirche, Persönlichkeit und Masse" – "Die bessere Verteilung
der geistlichen Kräfte"
1922 in Leipzig "Die Stellung des Pfarrers zu den geistigen Strömungen der
Gegenwart" – "Seelsorge an werdenden Seelsorgern"
1924 in Gießen "Der Subjektivismus, seine Gefahren und seine Schranken" –
"Des Pfarramts Art, Not und Erfolg" – "Die praktische Vorbildung
der Theologen"
1925 in Hamburg "Wirtschaftsleben und christliche Ethik" – "Die apologetische
Bedeutung der kirchlichen Statistik" - "Begründung eines Pfarrhausarchivs"
1926 in Breslau "Der Protestantismus im Verhältnis zur Menschheit, zu Volk und
Nation" - "Die rechtliche Stellung des evangelischen Pfarrers auf Grund der
neuen Kirchenverfassungen"
1927 in Berlin "Die gegenwärtige Krisis der Theologie" – "Wissen und Glaube im
gegenwärtigen Geistesleben" – "Das Einheitsgesangbuch"
1928 in Karlsruhe "Die Eigenart der evangelischen Kirche in Baden" –
"Studentendienst"
1929 in Bonn "Die sittliche Krise unserer Jugend und die höhere Schule" –
"Die Lebenskräfte des Protestantismus"
1930 in Danzig "Das Ostproblem" – "Die Wahrung der evangelischen Belange
in der Öffentlichkeit" – "Die amtsbrüderliche Nothilfe"
1932 in Jena "Die geistige Lage der Gegenwart und die Kirche" – "Die weltliche
Rechtsstellung der Religionsgesellschaften in Deutschland"
1934 in Frankfurt a.M. "Die Bedeutung von Bibel und Bekenntnis für die Kirche
der Gegenwart"
1936 in Tübingen "Pfarrerwünsche zum Neubau der deutschen evangelischen
Kirche"
1938 in Kiel "Die Aufgabe des Pfarrervereins, ein Rückblick und Ausblick" – "Welche
seelsorgerlichen Anforderungen stellt die kirchliche Lage an uns Pfarrer?"
1939 bis 1948 In diesem Zeitraum fanden keine Pfarrertage statt
1949 in Neustadt/Haardt "Entmythologisierung oder historischer Realismus in der
Christusverkündigung" – "Die Verantwortung der Kirche für das Gesamtleben
der Nation"
1950 in Nierstein "Das Evangelische Pfarrhaus und des Pfarrers Amtsleben" –
"Brennende Flüchtlingsfragen im Lichte der Ökumene" – "Evangelisches
Pfarrhaus und evangelischer Mütterdienst"
1951 in Göttingen "Vorbildung und Bildung des deutschen evangelischen
Pfarrerstandes" – "Die Stellung der Pfarrfrau in der Gemeinde" –
"Kirchbaufragen der Gegenwart" – "Wir und der Film"
1953 in Detmold "Die Anfechtung des Predigers heute" – "Therapeutische und
theologische Voraussetzungen für den Auftrag der Seelsorge"
1954 in Ansbach "Der Pfarrer im Dienst" – "Das evangelische Pfarrhaus in Notzeiten
der Kirche" – "Wandlungen im Bilde der Pfarrfrau"
1956 in Flensburg "Die Einheit der Kirche und die Ökumene" – "Die Einheit der
Kirche im Staats- und Völkerleben"
1957 in Marburg "Der Mensch und seine Welt nach dem Urteil der Bibel" –
"Der Dienst der Kirche in der technischen Welt" – "Moderner Kirchbau
und seine Voraussetzungen" – "Die Hilfe für das ostdeutsche Pfarrhaus" –
"Die Weltmission heute" – "Das Lutherhaus in Eisenach" – "Pfarrfrauen
unter sich"
1959 in Mühlheim/Ruhr "Wandlung der Volkskirche" – "Rechte und falsche Aktualität
unserer Verkündigung" – "Aufgaben der evangelischen Frau in Kirche und
Welt" – "Unsere Verantwortung für die Brüder in der DDR" – "Die Bedeutung
Calvins für den Dienst der Kirche"
1960 in Tübingen "Die Kirche vor den Erziehungs- und Bildungsmächten unserer
Zeit" – "Die Aufgaben der ärztlichen Mission, gezeigt am Beispiel Afrika"
1962 in Lübeck (70jähriges Bestehen des Verbandes) "Die Zurüstung für das
geistliche Amt: eine Lebensfrage für die Kirche" – "Der Pfarrer heute in
Haus und Familie" – "Das Alte Testament und das Problem der existentialen
Interpretation"
1964 in Münster "Sterbende und lebende Kirche jenseits von Oder und Neiße" –
"Die Dogmatik zwischen Exegese und Verkündigung" – "Der römische
Katholizismus der Gegenwart als Spannungsfeld und die evangelische
Aufgabe"
1966 in Landau "Unterwegs in die Welt von morgen"
1968 in Braunschweig "Der Dienst des Pfarrers als Friedensdienst"
1970 in Darmstadt "Beruf: Pfarrer"
1972 in Bremen "Bauen – erbauen – verbauen"
1974 in Heidelberg "Der Geist und die Geister"
1976 in München "Manipulierende Kirche"
1978 in Emden "Positionen verlassen – Raum gewinnen"
1980 in Trier "Das Leben entdecken"
1982 in Stuttgart "Stuttgart zwischen Jerusalem und Jericho; Sozialer Staat –
Diakonische Gemeinde"
1984 in Cuxhaven "1984 – welche Zukunft sagen wir an?"
1986 in Straßburg "Französich-deutscher Pfarrertag"
1988 in Fulda "Pfarrerinnen und Pfarrer im Gegenwind – Neuer Mut zur Theologie"
1990 in Gießen "Dienstort Kirche"
1992 in Göttingen " 'Gemeinschaft in Bewegung und Bewährung' – 100 Jahre
Verband der Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland"
1994 in Soest "Kirche auf dem Weg in das Jahr 2000 – Enttäuschungen,
Erfahrungen und Erkenntnisse"
1996 in Rothenburg ob der Tauber "Markt und Menschlichkeit"
1998 in Dresden "Evangelisch ins neue Jahrtausend in Wirtschaft, Gesellschaft
und Kirche"
2000 in Ulm "Vertrauen wagen – Brücken bauen. Grenzen in Europa überwinden"
2002 in Kiel "In Verantwortung vor Gott und den Menschen"
2004 in Magdeburg "Reformatorischer Auftrag in einer neuen Weltordnung"
2006 in Fulda "Ich weiß, woran ich glaube". Halt und Perspektive in der Krise
2008 in Speyer "Was du nicht willst, das man dir tu’... – Welche Werte braucht
das Land?"
2010 in Rostock "'Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller,
die verlassen sind.' - Die evangelische Kirche und die soziale Frage"
