Editorial
»Im neuen Jahr wird alles anders …«
Von: Peter Haigis
… na ja, so manches zumindest: z.B. präsentiert sich Ihnen das Deutsche Pfarrerblatt ab dieser Ausgabe in einem neuen, etwas festeren und transportbeständigeren Umschlag. Die Überlegungen dazu reichen weiter zurück. Bereits im Zuge der Layout-Veränderungen für das Deutsche Pfarrerblatt im Mai 2009 war an eine solche Umstellung gedacht worden. Das Pfarrerblatt wird im Zeitungsdruckverfahren hergestellt. Die stärkere Einbeziehung von Farbflächen ins Druckbild erforderte damals das Umsteigen auf eine dünnere Papierqualität, die die Farben besser, nämlich schlieren- und blasenfrei, aufnimmt. Mit diesem Qualitätsgewinn verbunden war jedoch auch ein Verlust: Leserinnen und Leser meldeten uns zurück, dass die Ausgaben auf dem Versandweg leiden und teilweise eingerissen, stark gewellt oder geknickt in den Briefkästen landen. Das ist weder für die Leserschaft ein Genuss noch entspricht es den Erwartungen unserer Werbekunden, die auf der zweiten Umschlagseite sowie auf den letzten beiden Seiten Anzeigen schalten.
Um hier Abhilfe zu schaffen boten sich nur wenige Alternativen an. Ein Versand in Plastikhüllen beispielsweise wäre weder finanziell noch ökologisch vertretbar gewesen und verpackungstechnisch auch komplizierter als das jetzige Verfahren. Die Variante, einen verstärkten Umschlag zu verwenden, hingegen erschien als verträgliche und vertretbare Lösung. Bereits im Mai 2010 hatten Sie in einer Art Pilotaktion ein Heft des Pfarrerblatts mit verstärktem Umschlag erhalten.
Wir hofften damals, zügig auf dieses neue Verfahren umsteigen zu können. Es ist – wenngleich sich natürlich Mehrkosten ergeben, weil die Umschlagseiten in einem speziellen Druckverfahren erstellt und erst bei der Heftung den Zeitungsdruckseiten zugeführt werden – vergleichsweise kostengünstig und die bessere Qualität spricht für sich. Allerdings erhöhte die Post zum Jahr 2011 ihre Versandkosten (sie machen bei weitem den größten Anteil im Ausgabenetat des Deutschen Pfarrerblatts aus), was eine Erhöhung der Umlage, die die Pfarrvereine für das Pfarrerblatt an den Verband leisten, erforderlich machte. Um diese nicht über Gebühr hoch zu setzen, verzichteten der Verband und die Vereine auf die aktuelle Umsetzung. 2011 konnte das Vorhaben dann neu in den Gremien diskutiert und beschlossen werden. Nun hoffen wir, dass das Deutsche Pfarrerblatt in diesem neuen Umschlag bei Ihnen, der Leserschaft, wie bei unseren Werbekunden in jeder Hinsicht gut ankommt.
Nicht zu unseren Neuerungen gehört es, dass Sie diesmal bei den Predigtimpulsen zu zwei Sonntagen jeweils zwei Impulse zweier unterschiedlicher Autoren finden. Das Anfrageverfahren an die Autorinnen und Autoren einschließlich der Rückmeldemodalitäten ist nicht immer ganz unkompliziert. In diesem Fall hat es zu den Doppelbesetzungen geführt und wir waren in der Redaktion der Meinung, Ihnen die Ergebnisse nicht vorenthalten zu müssen, sondern aus der Not die Tugend werden und Ihnen die Chance der Wahl zu lassen. Eine Regel wird daraus aber wohl nicht.
In der Dezemberausgabe hat das Deutsche Pfarrerblatt die persönliche Stellungnahme der ehemaligen württ. Ausbildungsvikarin Carmen Häcker abgedruckt, die sie im Blick auf ihre von der württ. Kirchenleitung kritisch monierte Eheschließung mit einem Muslim veröffentlicht hatte. Häcker musste ihr Ausbildungsvikariat abbrechen, hat nun jedoch in der Evang. Kirche Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz (EKBO) die Möglichkeit gefunden, ihre Ausbildung fortzusetzen. Ab dem 1. Februar wird sie ihren Vorbereitungsdienst in Berlin versehen. Häckers Beispiel stellt innerhalb der EKD offenbar keinen Einzelfall dar. Zahlreiche Personalabteilungen kennen Pfarrehen auf nicht nur gemischt-konfessioneller, sondern interreligiöser Basis, wenngleich es sich in der EKBO wie anderswo stets um handverlesene Ausnahmesituationen handelt. Das Deutsche Pfarrerblatt gibt in dieser Ausgabe einigen Leserstimmen zu Häckers Stellungnahme Ausdruck. Gleichzeitig möchte ich dazu ermutigen, die Diskussion über den konkreten Fall hinaus auf breiterer Basis zu führen, werden dabei doch auch wichtige pastoraltheologische Dimensionen berührt.
Abschließend noch eine kleine Information an dieser Stelle: Die rheinische Pfarrvertretung ist ab jetzt auch im Internet präsent: www.ekir.de/pfarrvertretung.
Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, angeregte Lektüre und ein segensreiches Jahr 2012.
Ihr
Peter Haigis
Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 1/2012
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